Doris Nußbaumer

Schriftstellerin - Kulturarbeiterin - Schreibpädagogin


Leseproben: Prosa Dialekt

Geistesgegnwoat
Untatitl: Waun a Höd net nua mitm Degn guat is, sundan aa min Maü

Des is so a Gschicht nåch dem Musta: a Freindin vo ana Freindin håt ma dazöt, dass… Oiso: es is woa.
„Vor vielen vielen Jahren“ is hoit de theatabegeistate Freindin in iagnd so an etabliatn Theata gsessn, Burgtheata, Akademitheata, Voikstheata oda so. Net dass moats, iagnd so a kloane Bühne, wos eh wuascht is, waun a Påtza passiert, weiü eh netta zehn Leit im Publikum sitzn, und fümf davau san mit iagndwem vo da Kru vawaundt oda zsamm. Naa, ois gaunz groß und wichtig und etibideti. Se haum wås gaunz Klassisches gspüt, frågts mi jetzt net, wås, i haus vagessn, oda de Freindin håts aa nimma gwußt und hoit netta gsågt, so a Mauntl- und Degenstückü, mit uavü Schuid und Sühne und Eea und iwoaßnetwås. Oiso Shakespeare oda so.
Kemmans zu da Szene, wo aussakimmt, wea de gaunze Zeit des Oaschloch woa und de Intrign gspunna håt und üwahaupt aun oin schuid is.
Da Höd ziagt sein Degn, des Antagonistn-Oaschloch ziagt aa blaunk, se fechtn. (Hiaz wissns wida amoi, fia wås se se in da Ausbüdung mitm Kurs füa Bühnenfechtn plågt haum.) Da Höd gwingt natirli, er blazt heroisch: „Stirb, Schuft!“ und sticht den Antagonistn å. Der foit gaunz orndli um, owa iagndwia håt a si vielleicht zvü in sei Oaschloch-Roin einiglebt, oda ea håt z’ Mittåg a Tschili-con-carne gfressen und des net gaunz vatrågn. Jednfois kummt eam beim Niedafoin a Schaß aus. Owa a gewoitiga. Net daß moats, des woa a Lercherlschaß, naa, ualaut und ualaung und uapeinlich, bis in de letzte Reih håt mas ghert.
Najå, wås toa? Da Höd håt si schau zum Publikum gwaundt und wü sein Siegamonolog owaratschn. Draht a si nu amoi hoiwat zum fuazadn totn Antagonistn um, fuchtlt min Degn hintari und droht nu vü heroischa ois voahea: „Elender, du röchelst noch?“
De Freindin schwöat, dass neamt glåcht håt, absolut neamt. De Aufführung woa grett.
© Doris Nußbaumer, alle Rechte vorbehalten


Wückü min Wückü

Hiatz raunz net, haum meine KollegInna gsågt, de gengan a Rundn und füman a poa Viecha und de Promi, wias redn, und daunn hauns eh wieda å. Außadem muaß da Zoo wieda amoi ins Fernsehgn, mia haum eh z weng Pablisiti.
I woaß net, hau i gsågt, mia gfoit des net, i hau a gaunz deppats Gfüh. Waun oana schau Wückü hoaßt…

A Neichtl späta, i ram gråd in Scheißdreck aus da Woidrapp-Voliere, hoaßts: ålle Tiapflega, de wås nix fuachtboa dringends z toan haum, miassn zua Kroko-Farm umi und fias Fümteam gschaftig in Hintagrund umanaundarenna, dawaü da Direkta in d Kamara redt.
© Doris Nußbaumer, alle Rechte vorbehalten
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Weiterlesen in: Wienzeile Nr. 47


Is da Woifisch a Fisch?
Untatitl: Wårum s Oachkatzl nu oiwei koane Herndl trågt

I geh grad aus da Uni aussi, vastöt ma a Puppi im göbn Leiberl mitm Klemmbrettl in da Haund den Weg, stroit mi au, wia waun a ma glei mitteün tat, dass i beim Gemini-Krokettn-Preisausschreibn den Hauptpreis gwunna hau und grinst üwahaupt so herzlich, wia waun ma schau im Kindagoatn miteinaund Dokta gspüt hättn. „Ja halloooooo!“ sågt a mit an Kilo Heni auf de Stimmbandln.
Damit då koane Irrtüma aufkemman: i kenn den Typn net. Auf sein göbn Leiwal steht „Greenpeace“, und aufm Klemmbrettl håt a a Formular füa an Spendndauaauftråg.
Frågt a mi: “Was würdest du sagen, wenn ich dir jetzt die Möglichkeit gebe, einem Wal-Baby das Leben zu retten?“
Oh-oh, den Schmäh kenn i nu net! Jetz hoaßts kreativ sei. „Najå, a Meeawåssa-Aquarium paßt gaunz sicha net in mei Sechzg-Quadratmeta-Wohnung. Sorry, owa i wissat net, wås i mit an Woifischbewi aufaunga soit!“
(…)

Weiters demnächst…

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